2009 - Leihbischof Braun - Themen der Zeit

von Bernhard Korte
Karnevalssession 2008 / 2009

Liebe Gemeinde, liebe Gemeindinnen,
liebe Narren und Närrinnen,
liebe Schlafgestörte oder Kissenzerwühler,
liebe Politikverdrossene und Nachrichtengrübler!

Ich, bin es … der närrische Leihbischof vom C-C-B,
und das … das ist meine gemütliche Bütt in der ich jetzt steh.
Hier fühl ich mich gut, ob wohl mich der Durst jetzt schon plagt.
Ja, nur hier kann ich schreiben, saufen und sagen
was an meiner ungläubigen Seele täglich so nagt.

Jeden Tag … serviert man uns das „Infotainment“
in den modernsten Medien unser heutigen Zeit.
Wir müssen diese sogenannten „Nachrichten
hören, lesen, fühlen und sehen
als wären wir blöde oder nicht ganz gescheit.

Oh Herr, mit unseren Mund, Augen, Ohren
und einem Gehirn tatest Du uns reich beschenken.
Doch bei den täglichen Nachrichten
will man sein Verstand nur noch im Suff ertränken.

Zum Mitsingen und schunkeln:

 „Trink, trink Brüderlein trink….!
Lass doch die Sorgen zu Haus,
trink, trink Brüderlein trink
zieh doch die Stirn nicht so kraus

 

Nur die Lehman Brother Bank ist Schuld
an dem wirtschaftlichen Debakel von Heute
Ja, ja meine gutgläubigen kleinen Schäfchen,
so verscheißert Euch, die bezahlte Politikermeute.

Aktien-, Kapital- und Geldschiebereien
sowie andere dubiose Geschichten.
Alles nur Ablenkung den auf den Punkt gebracht,
man tat nichts anderes als Arbeitsplätze und Geld
unter großen Markennamen vernichten.

Jahrzehntes langes Missmanagement
und Managergehälter in Höhe von Millionen
Subventionen in so vielen unbekannte Taschen
Oh, Herr … das Alles klingt doch nur noch verlogen.

Oh Herr mit unseren Mund, Augen, Ohren
und einem Gehirn tatest Du uns reich beschenken.
Doch bei den täglichen Nachrichten
will man sein Verstand nur noch im Suff ertränken.

Zum Mitsingen und schunkeln:

„Wer soll das Bezahlen,
wer hat soviel Geld,
wer hat soviel Pinke Pinke,
wer hat soviel Geld?"

 

Der Monat beginnt mit so subtilen Geschichten
die kann man schon kaum glauben
und doch werden sie immer wieder gerne erzählt
für die Einfältigen und Tauben.

Der Minister für Arbeit präsentiert,
die für ihn errechneten Arbeitslosenzahlen
stets Erhaben der wachsamen Presse.
Oh, Herr … halte mich bitte jetzt ganz fest,
sonst verlier ich noch an mein Glauben das Interesse.

In meiner großen närrischen Gemeinde,
da sehe ich …. das tägliche Leben und Leiden.
Mir macht diese Marionettenfigur nichts vor,
ich sehe die Zahl der Hartz IV Empfänger
stetig nur steigen.

Oh Herr, mit unseren Mund, Augen, Ohren
und einem Gehirn tatest Du uns reich beschenken.
Doch bei den täglichen Nachrichten
will man sein Verstand nur noch im Suff ertränken.

Zum Mitsingen und schunkeln:

Schaffe, schaffe Häusle baue und nicht nach den Mädl‘e schaue
und wenn dann das Häuschen steht, da gibt´s noch keine Ruh,
dann sparen wir, dann sparen wir für ne Ziege und ne Kuh….

 

Die gewinnbringenden Absatzzahlen
von großen deutschen Maschinen
sind stetig am Steigen doch das …
das nur für den Absatz im Ausland zutrifft,
dass will und wird man uns ständig verschweigen.

Im Ausland,
dort geschieht jetzt die Produktion auf Maschinen
„M a d e …. i n …. G e r m a n y“
Wir Steuerzahler haben es subventioniert und gebaut,
doch … K A S S E …Kasse machen natürlich nur Die.

Wir Gutgläubigen…wir kaufen nur noch
den re … importierten viel zu teuren Mist.
Wen wundert’s dann noch
das man schon wieder Arbeitslos ist?

Oh Herr, mit unseren Mund, Augen, Ohren
und einem Gehirn tatest Du uns reich beschenken.
Doch bei den täglichen Nachrichten
will man sein Verstand nur noch im Suff ertränken.

Zum Mitsingen und schunkeln:

Oh la la willst du eine Pizza?
Oh la la Pizza wunderbar!
Oh la la willst du eine Pizza?
Oh la la Pizza wunderbar!

 

Jedes Jahr passiert der gleiche Mist,
wenn die Note der Pisa-Studie herausgekommen ist.
Auf einmal sitzt Frau Ministerin von der Leyen
bei Gottschalk`s „Wetten das“ auf Hugh Jackmann`s Schoß
und erzählt in Deutschland wäre der Unterricht ganz groß.

Man muss ein vorzeigbares Schulsystem
nicht erst auf Steuerzahler Geld in Norwegen studieren.
Denn diese Elche und Lappen taten dieses Schulsystem
in der ehemaligen DDR auch nur kopieren.

In Zukunft sollten nur die guten und
respektierten Lehrer unsere Kinder unterrichten.
Und nicht diese tanztrainierten Ethik - Theologen
oder anderen Rütli- oder Waldorflehrer mitnichten.

Oh Herr, mit unseren Mund, Augen, Ohren
und einem Gehirn tatest Du uns reich beschenken.
Doch bei den täglichen Nachrichten
will man sein Verstand nur noch im Suff ertränken.

Zum Mitsingen und schunkeln:

Schnaps, das war sein letztes Wort,
dann trugen ihn die Englein fort.
Schnaps, das war sein letztes Wort,
dann trugen ihn die Englein fort.

 

Was sieht man nicht alles im Fernsehen
und soll es begreifen oder verstehen.
Den deutschen Soldat kann man bald
wie vor 65 Jahren auf der ganzen Welt

Im „humanitären und friedlichen Einsatz“ sehen.
Nicht nur Bosnien - Herzegowina , Georgien,
Kosovo und dem fernen Afghanistan,
sondern auch in Usbekistan, Libanon, Somalia
Kongo und dem noch entfernteren Sudan.

Wenn es so weiter geht und nun hört gut zu
den einen Gottesmann den kann man doch glauben.
Wird der gemeine deutsche Soldat
auch bei der OPEC und dem Irak,
die Erdölhähne aus „friedlichen Gründen“ zu schrauben.

Oh Herr, mit unseren Mund, Augen, Ohren
und einem Gehirn tatest Du uns reich beschenken.
Doch bei den täglichen Nachrichten
will man sein Verstand nur noch im Suff ertränken.

Zum Mitsingen und schunkeln:

Ich war noch niemals in New York,
ich war noch niemals auf Hawaii
ging nie durch San Francisco in zerrissenen Jeans.
Ich war noch niemals in New York
ich war noch niemals richtig frei
einmal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehn.

 

Jeden Tag wird uns schwül warm erzählt
wie erbärmlich es Paris Hilton oder Boris Becker
und all die anderen Promi -Armen
finanziell gerade geht.

Für die getürkten Storys von
Britney Spears oder Hansi Hinterseer
  brauch ich weder ein Radio, eine Zeitung
noch ein Flatscreen - Fernseher.

Ich sag´s Euch … in meine Kirche
kommen diese B-Promis nicht herein.
Hier dürfen genauso wie in meiner Kneipe,
nur Narren und Närrinnen
also richtige Menschen sein.

Oh Herr, mit  Mund, Augen, Ohren
und einem Gehirn tatest Du uns reich beschenken.
Doch bei den täglichen Nachrichten
will man sein Verstand nur noch im Suff ertränken.

Zum Mitsingen und schunkeln:

Die kleine Kneipe in unserer Straße
dort wo das Leben noch lebenswert ist
dort in der Kneipe in unserer Straße
da fragt dich keiner, was du hast oder bist.

 

Gleich ist Schluss
dann habt ihr es überstanden
Doch ich weiß meine Rede wird hier
nicht ganz ungehört versanden.

Ab jetzt und sofort unterstütze ich
nur noch die fleißige Gastronomie
denn die Zahl der stetigen Biertrinker
sank in diesem Saal,
so schnell wie noch nie.

Ruft euren arbeitslosen Kellner
so schnell ihr jetzt könnt!
Denn Biertrinken liegt laut Zeitung
ab 2009 wieder mächtig im Trend.

Oh Herr, mit  Mund, Augen, Ohren
und einem Gehirn tatest Du uns reich beschenken.
Doch bei den täglichen Nachrichten
will man sein Verstand nur noch im Suff ertränken.

Zum Mitsingen und schunkeln:

Bier her, Bier her, oder ich fall um, juchhe!
Bier her, Bier her, oder ich fall um!
Soll das Bier im Keller liegen
Und ich hier die Ohnmacht kriegen?
Bier her, Bier her, oder ich fall um!

 

Doch nun muss es geschehen
und ich sage es hier ganz  leise.
Nun geht es zu Ende,  
mit meiner priesterlichen Reise
Ich werd zu alt
für diesen seelsorgerischen Job
ich gehöre halt nicht mehr
zuden „Over the top“.

Jetzt ist Schluss
mit all diesem Nachrichtenquatsch.
Ich gebe auf,
bei all diesem informellen Matsch.

Der Leihbischof Pater Braun,
lässt hier nun das Reden hier sein.

Hebt Euer Glas und stoßt mit mir an 
auf diesem fantastischen Verein

Ich grüß Euch Narren mit einem
Icke, Icke Hinein

 

Zum Mitsingen und schunkeln:

Muss i' denn, muss i' denn, zum Städte‘le hinaus
zum Städte‘le hinaus und du mein Schatz bleibst hier
Wenn i' komm, wenn i' komm, wenn i' wieder, wieder komm
Wieder, wieder komm, Kehr i' ein mein Schatz bei dir…